Die Schweiz hat in einem Volksentscheid entschieden, dass keine Minarette gebaut werden dürfen. Das ist nicht gut. Es ist nicht schlecht. Das ist widerlich. Antisemitismus scheint vom einen zum anderen semitischen Volk übergegangen zu sein. Im Europa nach dem Holocaust ist es schwierig, antijüdisch zu sein, so wurden die Antisemiten Anti-Muslime. Im Hebräischen sagen wir: dieselbe Dame – nur in einem anderen Gewand. Vom ästhetischen Standpunkt aus gesehen, ist es eine dumme Entscheidung. In jeder Anthologie der schönsten Gebäude der Welt nimmt die islamische Architektur einen Ehrenplatz ein. Von der Alhambra in Granada bis zum Felsendom in Jerusalem, – geschweige denn zum Taj Mahal – erregen Hunderte von islamischen Bauten Bewunderung. Ein oder zwei Minarette würden in der städtischen Landschaft Berns Wunder tun. Aber es geht hier nicht um Architektur, eher um einen primitiven, brutalen Rassismus, dem die Deutschen gerade entkommen sind. Auch die Schweizer haben viel zu sühnen. Ihre Großväter und -mütter benahmen sich während des Holocausts auch schändlich, als sie erklärten, „das Boot sei voll“ und Juden, denen es gelungen war, bis an die Schweizer Grenze zu gelangen, zu den Nazihenkern zurückschickten. (Diese Erinnerung sollte uns Israelis veranlassen, gegen das Verhalten unserer eigenen Regierung gegenüber den sudanesischen Flüchtlingen zu protestieren, denen es gelingt, von Ägypten aus unsere Grenze zu erreichen. Sie schickt sie zu den Ägyptern zurück, die sie dann bei mehr als einer Gelegenheit erschossen haben.) Übrigens sollte das Schweizer Referendum jenen zu denken geben, die versucht sind, anzunehmen, dass das System des Referendums besser als das parlamentarisches System günstig sei. Ein Referendum öffnet Tür und Tor für die schlimmsten Demagogen, die Schüler Joseph Goebbels, der einmal schrieb: „Wir müssen uns wieder an die primitivsten Instinkte der Massen wenden.“ Jean Paul Sartre sagte einmal, wir seien alle Rassisten. Es gibt nur den Unterschied zwischen denen, die dies erkennen und gegen ihren Rassismus ankämpfen und jenen, die ihm nachgeben. Die Mehrheit der Schweizer – so leid es mir tut, dies sagen zu müssen – haben diesen Test nicht bestanden. Und wie ist es mit uns?
Die Schweiz hat in einem Volksentscheid entschieden, dass keine Minarette gebaut werden dürfen. Das ist nicht gut. Es ist nicht schlecht. Das ist widerlich.
Antisemitismus scheint vom einen zum anderen semitischen Volk übergegangen zu sein. Im Europa nach dem Holocaust ist es schwierig, antijüdisch zu sein, so wurden die Antisemiten Anti-Muslime. Im Hebräischen sagen wir: dieselbe Dame – nur in einem anderen Gewand.
Vom ästhetischen Standpunkt aus gesehen, ist es eine dumme Entscheidung. In jeder Anthologie der schönsten Gebäude der Welt nimmt die islamische Architektur einen Ehrenplatz ein. Von der Alhambra in Granada bis zum Felsendom in Jerusalem, – geschweige denn zum Taj Mahal – erregen Hunderte von islamischen Bauten Bewunderung. Ein oder zwei Minarette würden in der städtischen Landschaft Berns Wunder tun.
Aber es geht hier nicht um Architektur, eher um einen primitiven, brutalen Rassismus, dem die Deutschen gerade entkommen sind. Auch die Schweizer haben viel zu sühnen. Ihre Großväter und -mütter benahmen sich während des Holocausts auch schändlich, als sie erklärten, „das Boot sei voll“ und Juden, denen es gelungen war, bis an die Schweizer Grenze zu gelangen, zu den Nazihenkern zurückschickten.
(Diese Erinnerung sollte uns Israelis veranlassen, gegen das Verhalten unserer eigenen Regierung gegenüber den sudanesischen Flüchtlingen zu protestieren, denen es gelingt, von Ägypten aus unsere Grenze zu erreichen. Sie schickt sie zu den Ägyptern zurück, die sie dann bei mehr als einer Gelegenheit erschossen haben.)
Übrigens sollte das Schweizer Referendum jenen zu denken geben, die versucht sind, anzunehmen, dass das System des Referendums besser als das parlamentarisches System günstig sei. Ein Referendum öffnet Tür und Tor für die schlimmsten Demagogen, die Schüler Joseph Goebbels, der einmal schrieb: „Wir müssen uns wieder an die primitivsten Instinkte der Massen wenden.“
Jean Paul Sartre sagte einmal, wir seien alle Rassisten. Es gibt nur den Unterschied zwischen denen, die dies erkennen und gegen ihren Rassismus ankämpfen und jenen, die ihm nachgeben. Die Mehrheit der Schweizer – so leid es mir tut, dies sagen zu müssen – haben diesen Test nicht bestanden.
Und wie ist es mit uns?
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